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Livs Blog

4.1 Blogeintrag (24/06/2025)

Hallöchen, hier bin ich also wieder. Riesen Überraschung, ne?
Wie vielleicht der ein oder andere weiß, der aufmerksam meinen Blog gelesen hat (oder mich einfach kennt, ist jetzt kein großes Geheimnis), spiele ich Basketball. Und weil Bewegung wichtig ist, habe ich mich am letzten Freitag dazu durchringen können, mich körperlich zu ertüchtigen. : ) Also bin ich in meinen Sportoutfit und mit meiner Mutter als seelisch-moralische Unterstützung losgelatscht und Abi ist uns entgegengekommen. Ihr erinnert euch? Das Mädchen aus dem letzten Blogeintrag.

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Sie hat uns dann begleitet und auch auf dem Basketballplatz kamen direkt zwei Jungen dazu. Es ist also hier echt nicht schwer Leute zum Spielen zu finden. Denn auch in den darauffolgenden Tagen habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass ganz schnell Leute dazu kommen, sobald man irgendetwas interessantes macht. Ich weiß beim besten Willen nicht mehr, wie die beiden Jungen aussahen oder wie sie hießen, aber wir haben lange gespielt, bis die Sonne unterging. Und was soll ich sagen? Beim zwei gegen zwei hat das Team, in dem ich war, immer gewonnen. Natürlich habe ich auch Pausen gemacht und in der Zeit mit Abi kleine Spiele gespielt. Zwischendrin sind es auch mehr geworden, dann sind wieder welche gegangen oder wir haben das Spiel gewechselt, doch es war nie langweilig.

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Zuhause habe ich dann lauter neue Telefonnummern eingespeichert. Am Vormittag waren wir nämlich alle wieder ganz brav im Unterricht. In einer der Pausen hat mich ein Mädchen, Lina, wie sich später herausgestellt hat, nach meiner Nummer gefragt, auch ob sie die an ihre Freudinnen weitergeben dürfe und ich habe das alles bejaht.
In der nächsten Stunde wurden wir dann von den Seiten der Mädels mit Zettelchen, auf denen ihre Telefonnummern standen, beworfen. Sogar mein neuer, bester Freund hat uns seine Nummer zugeschoben.

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Wie sich später herausgestellt hat, war das ein wenig unnötig, da die Kinder, die im Camp leben keine Handys besitzen und die, die aus dem Umland hier zur Schule kommen, während der Schulzeit hier in einer Art Internat leben, während die Handys bei ihren Eltern liegen, wo sie nur in Semesterpausen hinkommen. Das ist ein ganz schön langer Bandwurmsatz, aber die Kernaussage ist: Sie können und nur alle drei Monate über die Handys schreiben.
Trotzdem hatte ich zum ersten Mal das Gefühl richtig in der Klasse angekommen zu sein und so etwas wie Freunde dort zu haben. Wir sind hier nämlich eine ganz schöne Kuriosität und vor allem sehr leicht identifizierbar durch die weiße Haut in Kombination mit unserem geringen Alter.

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Ein weiteres Highlight an diesem Tag, was es zu erwähnen gilt, ist, dass ich jetzt auf Suaheli von 0 – 9999 zählen kann. Wir hatten nämlich in der 5. und 6. Stunde Suaheli Unterricht und ich habe dadurch brilliert, dass ich mich gemeldet und an der Tafel den Satz „Mti huu ni mrefu.“ (Dieser Baum ist groß.) gebildet habe. (Ich habe aber nicht die geringste Ahnung, wie man das ausspricht.)
Ich merke mittlerweile auch, dass es mir Spaß macht hier zu Schule zu gehen. Es wird von Tag zu Tag einfacher und ich lerne Dinge, die ich in Deutschland so nie lernen würde, wie zum Beispiel über Wirtschaft in Uganda oder Landwirtschaft (die anderen beiden Fächer am Freitag).

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Noch ein Unterschied zu Deutschland: Am Samstag gibt es hier auch Unterricht, wenn auch nur bis Mittag. (Fun Fact für die Jüngeren: Es ist gar nicht so lange her, da gab es das auch noch in Deutschland.) Also habe ich an dem Tag etwas über Aufgabenverteilung in einer afrikanischen Familie gelernt (Geschichte und politische Bildung), habe vor der Klasse versucht zu erklären, wie eine Hochzeit abläuft (Religion, der Großteil ist hier christlich und hier wird die Klasse auch nicht nach Religionen aufgeteilt oder so) und sollte eigentlich frisieren üben (Praktische Unterrichtsstunde), doch die Stunde ist ausgefallen, da die Lehrerin krank war. Hier ist das auch nicht so mit Vertretungslehrern…

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Nach einer ausgedehnten Mittagspause hatten wir uns dann an der Kindergarten (da dort genügend Tische und Bänke sind) verabredet zum Armbänder basteln. Und auch hier war es so, dass wir uns, mit ein oder zwei verabredet hatten und trotzdem saßen wir ganz schnell mit einem großen Haufen da. Desire, eine Freundin aus unserer Klasse, und Abi haben mir beide ein buntes Perlenarmband gebastelt (welche ich seitdem auch täglich trage), während ich diversen Leuten gezeigt habe, wie man Armbänder mit Fäden knüpft. Es hat sagenhaft viel Spaß gemacht. Wir hatten Musik laufen, haben gelacht und rumgeblödelt. Es waren welche da, die jünger als ich sind, älter, gleichaltrige, Mädels und Jungs, kurzum: Es war eine wild gemischte Truppe.

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Wie schon erwähnt sind hier viele sehr christlich und daher ist der Sonntagsgottesdienst Pflichtprogramm. Er beginnt hier aber zum Glück erst um 2 Uhr und nicht wie in Deutschland schon um 10:30 Uhr. Es blieb also genügend Zeit zum Ausschlafen. Angesetzt war eine Stunde, doch African Time und so, lief es dann auf über 1½ Stunden hinaus.
Aber das wird hier allgemein nicht so genau genommen mit der Zeit. Der Unterricht beginnt oft erst eine Viertelstunde nach dem Klingeln und zur Kirche kommen alle 5 Minuten zu spät. Wobei für letzteres Piet eine ganzschöne Standpauke gehalten hat.

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Nach dem Gottesdienst sind die meisten Kinder, wie schon angekündigt, zum Basketballplatz gegangen, um zu spielen. Leni, Ava und ich sind auch mitgekommen, doch bei mir ist es ein bisschen daran gescheitert, dass ich mir nicht merken konnte, wer bei mir im Team ist. Ich meine, wenn man keinen kennt, sehen alle gleich aus…

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Für unsere zweite Woche im Camp hatten wir uns überlegt beim Kindergarten aushelfen zu wollen und dafür nachmittags in die Schule zu gehen. Vorher gings aber zur Morgenandacht, welche jeden Montagmorgen stattfindet. Uns war nicht bewusst, dass das eine Stunde geht, es hat sich aber letztendlich gar nicht einmal so gezogen.

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Danach sind wir bei den Babys gelandet. Die sind einfach unfassbar süß. Aber wir haben leider eher im Weg rumgestanden, als wirklich helfen zu können und deshalb nicht unseren ganzen Vormittag dort verbracht, sondern stattdessen noch mehr Steine für unser Mosaikprojekt fabriziert. Du weißt nicht, was es damit auf sich hat? Schande über dein Haupt! Glück für dich, dass du eh schon auf der richtigen Website bist, dann kannst du es einfach nachlesen.

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Eine Anekdote zum Nachmittagsunterricht an diesem Tag möchte ich noch loswerden: Wir hatten unteranderem Unterricht in Benehmen. Das war anscheinend klassenübergreifend, weshalb viel zu viele Kinder in einem zu kleinen Raum standen und der Direktorin zugehört haben. Ich habe kein Wort verstanden. Also habe ich mit Desire, Nelima und einem Klassenkameraden gequatscht, dessen Namen ich leider nicht weiß. Das lustigste war aber ein Typ, der in der ersten Reihe auf seinem Stuhl saß, sichtlich gelangweilt und mit einer Sonnenbrille, obwohl es in dem Raum viel zu dunkel für eine war. Leni hat die Theorie entwickelt, dass er die Sonnenbrille bloß aufhatte um darunter in Frieden schlafen zu können.

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