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Livs Blog

3. Blogeintrag (12/06/2025)

Hallo ihr, die ihr nicht in Uganda seid. Die wichtigsten Infos zuerst: Ich lebe noch. ; )

Wir sind jetzt den 4. Tag in Uganda, wenn man den Anreisetag nicht mitzählt. (Wir saßen den ganzen Tag im Flieger und sind dann mitten in der Nacht in unsere Betten im Camp gefallen. Bis dahin wusste ich noch nicht, wie anstrengend sitzen und streamen sein kann.) Wir haben unglaublich viel erlebt. Ich könnte das jetzt in jeder Einzelheit ausführen, doch das möchte ich dann doch keinem antun. Deshalb belasse ich es bei den wichtigsten Punkten.

Aus dem Hinflug ziehe ich folgende Erkenntnisse:

  • Ich hasse es früh aufzustehen. Das ist aber nichts Neues.

  • Gegen die eigentliche Richtung von „Fahrsteigen“ zu laufen, wie Wikipedia sie betitelt, ist wahnsinnig witzig. (Geheimtipp: Man kann auch super Wettrennen darauf veranstalten.)

  • Flugzeugessen ist nicht so miserabel, wie ich es erwarte hatte. Ist eigentlich sogar ganz lecker.

  • Man kann einen halben Herzinfarkt erleiden, wenn man merkt, dass die Powerbank kaputt ist und man nur noch 1% hat, während noch 6 Stunden Flug vor einem liegen. (Mama hat es dann noch gefixt bekommen.)

  • Meine Schwester ist ganz schön frech, weil sie sobald ich eingeschlafen war, nichts Besseres zu tun hatte, als unvorteilhafte Bilder von mir zu schießen.

 

Auch unser erster Tag im Camp war nicht allzu spannend: Wir haben lange geschlafen, unsere Sachen ausgepackt, Pläne geschmiedet und zusammen das Camp erkundet.

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Wir zusammen mit den Näherinnen, während sie Maße für unsere Uniform genommen werden.

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Ein Bild von den Klassenräumen vorort.

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Wir auf den Boba-Bobas auf dem Rückweg vom Supermarkt.

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Ava während sie ein Metallrohr während der praktischen Unterrichtsstunde zersägt.

Spannend wurde es ab dem zweiten Tag. Beim Pläne schmieden am vorherigen Tag hatten wir beschlossen die erste Woche in die Schule zu gehen – erstmal alle zusammen in eine Klasse. Die Wahl fiel dann auf die Klasse S1 (Secondery/Senor 1), das entspricht etwa der 8. Klasse.
Hier trägt man Schuluniformen, doch dadurch das wir so kurzfristig für den kommenden Tag Kleidung brauchten, haben wir von den Schneiderinnen für den ersten Schultag die Overalls bekommen, die eigentlich nur bei den praktischen Stunden angezogen werden.

 

Als wir am Tag zuvor die Uniformen anprobiert hatten ist aufgefallen, dass Ava ihr Overall viel zu groß war. Er musste dann an den Nähten aufgetrennt und ganz neu zusammen genäht werden, was überraschend schnell ging. Das war natürlich meine Gelegenheit ihr die hässlichen Fotos von der Hinfahrt heimzuzahlen. Doch sie hat darauf beharrt, dass sie nicht klein sei. Völlig ungeachtet der Indizien.

 

So sind wir dann am dritten Tag nach unserer Abreise zur Schule losgezogen. Wir haben immer 90 Minuten am Stück Unterricht. Am Dienstag waren das die Fächer: Physik (es ging um die Aggregatszustände + Plasma), Chemie (dort ging es um die Eigenschaften von Plastik) und English (hier haben wir über Informationsgewinnung und Medien gesprochen).
Wir bleiben immer nur bis zur Mittagspause, da Unterricht in einer anderen Sprache einfach um ein vielfaches anstrengender ist als auf Deutsch, da es einfach viel mehr Konzentration erfordert.

 

Bereits mittags zu gehen hat sich als weise Entscheidung entpuppt, denn ich war den ganzen Nachmittag ausgeknockt und bin erst auf dem Rückweg vom Supermarkt wieder richtig wach geworden. Daniel, ein Mann aus dem Camp, der uns bei allem Möglichen hilft, wo wir allein nicht weiterkommen würden, hatte uns mit dem Truck erst zum Markt und dann in den Supermarkt gefahren. Doch den Rückweg haben wir via Boda-Boda zurückgelegt, was das eigentlich übliche Transportmittel hier ist. Es funktioniert quasi wie ein Taxi, bloß ist es kein Auto, sondern ein Motorrad. Schon ein bisschen waghalsig, oder nicht? Macht aber trotzdem oder gerade deswegen wahnsinnig viel Spaß. Und ich habe sogar ein Kamel am Wegesrand gesichtet.

 

Nächster Tag, Mittwoch: Morgens gings wieder in die Schule. Diesmal haben wir ‘was über Viren (Bio), Polynome (Mathe) und die Dichte (Physik) gelernt. Ich habe schon ein bisschen was Neues erfahren, aber alles in allem ist es doch ein deutlich niedrigeres Leistungsniveau als am TH. Auf dem Weg zur Schule hat uns ein fremdes Mädchen abgefangen und uns begleitet. Ihr Name ist Nalima und es war ein wirklich angenehmes Gespräch bis zur Schule. Auch auf dem Rückweg wurden wir mehrfach angequatscht. Die Menschen sind hier sehr offen und kommunikativ, auf eine angenehme Weise.
Nach der Schule waren wir mit Abigail verabredet. Mama hat sie schon im Februar, bei ihrem letzten Besuch, kennengelernt. Wir haben dann zusammen mit ihren Schwestern/Freundinnen Phase 10 und Uno gespielt. Wir haben viel gelacht und ich habe sogar eine Runde gewonnen.
Später gings dann noch in einen Jugendgottesdienst, der aber eher einem Konzert geähnelt hat. Ganz anders als in Deutschland. Ich habe auch versucht mitzusingen, auch wenn ich nur ab zu einen Brocken verstanden habe. Zum Glück ist mein Kauderwelsch im Gesang der Anderen nicht so aufgefallen. Auf dem Rückweg wurden wir von Abigail und ihren Freundinnen begleitet und auch prompt zu einem Basketballspiel am Sonntag nach der Kirche eingeladen.

 

Heute ist Donnerstag. Wir sind die ersten beiden Stunden in Metallverarbeitung eingeführt worden. In den praktischen Schulstunden wird man in Kleingruppen in den unterschiedlichsten Disziplinen unterrichtet. Mein Highlight: Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben etwas zusammengeschweißt. Das war jetzt bestimmt nicht allzu gut, was ich da fabriziert habe, aber Spaß gemacht hat es allemal. Danach hatten wir noch Kunst, dabei wurden aber vorallem viele Texte diktiert. Dankenswerterweise hat mich mein Sitznachbar, Emma (-nuel), abschreiben lassen. Er ist jetzt mein neuer, bester Freund. ; ) Ich weiß nur nicht, ob er das auch so sieht… Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass wir nach der Schule gar nichts mehr gemacht haben, also so wirklich nichts.
Ah, ne, warte ‘mal, stimmt gar nicht. Fast hätte ich es vergessen: Leni und ich haben noch ein Radio Interview gegeben fürs SWR1, das am Sonntag läuft. 

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Ansonsten: Ich halte euch auf den Laufenden und bis dahin: Tschüssi!

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