
Livs Blog
4.2 Blogeintrag (24/06/2025)
Am Dienstag hatten wir dann genügend Steine fürs Mosaik zusammen, um mit den Kindern hier schon einmal die Buchstaben mit den Steinen aufzukleben. Währenddessen habe ich einmal aufgezählt, welche Namen ich schon kenne und vor allem auch zielsicher einem Gesicht zuordnen kann: Da ist Abigail, mittlerweile eine meiner engsten Freundinnen hier, und Tessa, ihre Schwester/Freundin (die übrigens hervorragend Basketball spielt). Auf der anderen Seite haben wir Desire, unsere Klassenkameradin, mit der ich mich auch sehr gut verstehe und Nelima, die ich mittlerweile sehr zu schätzen weiß. Wir hätten Emma, meinen neuen besten Freund, und Zoe aus dem Morgengottesdienst. (Nachträglich möchte ich zu dieser Liste noch ergänzen: Rafael und Robin, deren Namen ich nur kenne, weil sie die Klassenclowns sind. Und Ivy, auch eine Klassenkameradin, die dadurch hervorsticht, dass sie wirklich coole Armbänder knüpfen kann, sowie Thomas und Phillip, aber zu denen komme ich noch.)
Letztendlich hatten wir so viele helfende Hände, dass es so schnell ging, dass wir danach noch Zeit hatten, um Karten zu spielen und unsere Armbänder Bastelei fortzusetzen. Nelima hat von ihrer Bandprobe erzählt (Sie spielt Klarinette.) und mich dazu eingeladen und so bin ich dann in der Dunkelheit mit Abi noch dorthin gegangen und habe die Musik genossen.
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Ein Foto, dass während des Klebens der Mosaiksteine geschossen wurde.
Das Orchestra hatte extra für einen Auftritt vor Besuchern einer anderen Organisation geübt. Diese kamen am nächsten Tag, um sich das Camp anzuschauen. Da wurden lauter Reden gehalten Nach zwei Stunden sind Leni, Ava und ich dann unauffällig gegangen. Mama hat uns später erzählt, dass wir dadurch leider den Auftritt der Band verpasst haben. Aber es war einfach unglaublich langweilig…
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Überraschenderweise kamen nach ihrem Auftritt Nelima und Thomas zu unserem Haus, während wir gerade die Mosaikbuchstaben angemalt haben. Sie haben uns dann geholfen. Ich habe mich lange mit ihnen unterhalten und eigentlich habe ich mich voll gefreut, dass sie zu uns kommen, aber wir hatten ein bisschen Zeitdruck, wegen dem Nachmittagsunterricht, in den sie wegen des Bandauftritts nicht gehen mussten. Im Nachhinein betrachtet haben da die Prioritäten ein bisschen falsch gelegen. Wir haben sie dann nämlich leidervverscheucht mit der Aussage, dass wir noch Zeit für zum Umziehen und Mittagessen brauchen, während die dampfenden Pfannkuchen auf dem Tisch standen. In der Kultur hier hätte man sie auf jeden Fall mitessen lassen, auch wenn wir nicht genügend Pfannkuchen für alle hatten.
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Abends sind wir dann wieder zum Jugendgottesdienst gegangen. Etwa eine Stunde davor ist Desire bei uns vorbei geschneit und meinte, dass sie jetzt hier mit uns auf den Gottesdienst wartet. Wir haben dann Uno gespielt und es war eigentlich sehr lustig, wenn auch unerwartet. Als die Zeit gekommen war sind Abi, Desire, Mama und ich zur Kirche gelaufen und es hat genauso viel Spaß gemacht wie letztes Mal. Nein, eigentlich noch ein bisschen mehr, weil diesmal die Texte eingeblendet wurden und ich so anständig mitsingen konnte, obwohl mehr geredet wurde als letztes Mal. Für nächsten Mittwoch wurde angekündigt, dass zugunsten eines Spieleabends der Gottesdienst ausfallen würde.
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In der darauffolgenden Nacht hat es zum ersten Mal geregnet. Aber nicht normal. Es hat geschüttet, gedonnert und geblitzt, die ganze Nacht durch. Ich dachte die Welt geht unter. Und vor allem war es laut. Wenn der Regen mit voller Kraft auf ein Wellblechdach knallt, macht das schon ordentlich Krach. Bis dahin hatten wir sehr angenehmes Wetter. Sonnig warm, aber nicht allzu heiß. Ich dachte immer dass man in Afrika nur so dahin schmilzt, aber es geht eigentlich ganz gut. Wir haben den verregneten Tag einfach dazu genutzt unsere Sachen für den Wochenendtrip zu packen und auch anderweitig noch ein bisschen fleißig zu sein.
Am Abend haben wir mit Abi wieder Karten gespielt. Es ist schnell dunkel geworden und deshalb hat Thomas dann die Handytaschenlampe gehalten. Das war übrigens auch der Zeitpunkt an dem ich erfahren habe, dass Thomas „Thomas“ heißt.
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Mit unserem Wochendtrip fasse ich mich kurz (weil ich das ja so gut kann). Am Freitag haben wir den Markt in Jinja besucht (sehr beindruckend!), eine riesige Halle mit allem Möglichen – von Hühnern (lebendig und tot) über Klamotten bis hin zu Gewürzen. Danach haben wir noch wie echte Touris Souvenirs gekauft, wobei die Verkäuferinnen erstaunlich freundlich und nicht aufdringlich waren. Zur Mittagessenzeit wollten wir unser Zimmer in einem Camp am Nil (ja, der Nil fließt nicht nur durch Ägypten) beziehen, doch dort gab es eine kleine bis mittelgroße Ameiseninvasion (die haben sogar eine kleine Echse verspeist, die noch gelebt hat! Ich sage es euch, Ameisen sind die schlimmsten Tiere überhaupt). Zum Glück haben wir daraufhin ein anderes Zimmer bekommen.
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Am Nachmittag sind wir zu den Busowoko Wasserfällen, einem wirklich schönen Stückchen Natur, leider aber sehr touristisch. Am Anfang wurden wir ganz schön belagert, als eindeutige und vorallem einzige Ausländer. Andrew, wie sein Namenschild verkündet hat, konnte gar nicht mehr aufhören, Fotos mit unserem Handy zu machen. Wir sind dann dort schwimmen gegangen und es hat doch viel Spaß gemacht, denn wie sich herausgestellt hat, waren die Jungs dort eigentlich auch ganz nett.
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Am Samstag ging es dann den ganzen Tag Wild-Wasser-Raften auf den Nil. Es hat sagenhaft viel Spaß gemacht! Einfach empfehlenswert. Wir sind geschwommen, haben geplanscht und sind durch Stromschnellen gefahren.
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Den Abend haben wir bei Piet und Pieta zu Hause verbracht, die seit ein paar Jahren nicht mehr direkt in der Arche leben, sondern etwa eine Stunde entfernt. Sie leben in einem großen Haus mit über 20 Kindern, darunter auch unsere Freundin Nelima. In dem Haus ist immer etwas los. Wir haben mit allen an einer langen Tafel zu Abend gegessen. Und danach noch bis tief in die Nacht mit Nelima Karten gespielt und Fernsehen geschaut.
Am nächsten Morgen kamen die ganzen Kleinen, etwa 5 – 7 Jahre alt, zu uns ins Bett, nachdem sie Leni die Bettdecke weggezogen hatten, um zu schauen, ob sie noch schläft. Da saßen wir dann um 7 Uhr morgens mit 5 Kindern im Bett. (Mama und Ava haben in einem Anbau geschlafen.) Doch das sind noch nicht einmal die Kleinsten, das ist nämlich Sophia. Sie ist erst 15 Monate alt. (Der älteste ist übrigens 24; es ist also bunt gemischt). Wir haben ihnen dann ganz viele Fotos von Deutschland gezeigt. Irgendwann wurden sie dann aber von ihren älteren Geschwistern zum Frühstück gerufen. Das war mein Signal, nochmal pennen gehen zu können.
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Ein Bild von dem Markt in Jinja.

Und hier sind wir professionellam Wild Wasser Raften.
Den restlichen Tag habe ich mit den Kleinen im Garten und einem Spaziergang mit Nelima & Emilie (eine der Kleinen) verbracht. Zu dritt sind wir zum Nil gelaufen, haben die Füße ins Wasser gestreckt und Steine ins Wasser geworfen. Ich habe es sogar geschafft eine einigermaßen normale Unterhaltung auf Englisch zu führen (mit Nelima). Am Wasser waren auch ein paar andere Jugendliche. Als wir gegangen sind, hat einer gefragt, ob wir heute nochmal wiederkommen. Ich weiß jetzt nicht ob er gehofft hat, dass dem so ist oder nicht, aber in der Hoffnung, dass ersteres der Fall ist, habe ich mich darüber gefreut. Nachmittags wurden wir dann zurück nach Mokono in die Arche Noah gefahren.
Gestern war Montag und den haben wir eigentlich nur zuhause verbracht. Meine Mutter hat uns voll viele Aufgaben aufgehalst. (Hier einen Smiley einfügen, der die Augen verdreht.) Darunter auch Geschirr spülen. (Hier drei Smileys einfügen, die die Agen verdrehen.) Naja, gut, sie hat all das die ganzen Tagen, in denen wir in die Schule gegangen sind auch vorher alleine gemacht. Aber freiwillig!
Interessant wurde es erst am Nachmittag, wir haben nämlich endlich, endlich das Mosaik zu Ende kleben können. Auch hier hatten wir wieder sehr viel Hilfe (wenn auch etwas weniger als letztes Mal). Von den ersten Tagen an, wo wir hier angekommen sind, haben wir jeden Tag Gips angerührt, in Formen gegossen und die fertigen Steine sortiert. Wir sind zwar noch nicht ganz fertig, aber fast. Während es getrocknet ist, haben wir wieder einmal Karten gespielt. Ich werde noch richtiger Profi darin. Wir haben zu siebt gespielt: Mama, Leni, Abi, Desire, Phillip, Juliet und ich. Desire hat sich relativ früh verabschiedet. Doch mit den anderen drei haben wir noch lange gespielt. Abi kennt ihr ja schon. Juliet ist ein Mädchen aus der Grundschule, aber sie hat viel geschwiegen, deshalb weiß ich nicht viel über sie. Und Phillip kannte ich schon vorher vom Sehen, denn er singt immer in der Kirche (Er singt wirklich gut!).
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Ok, genug geplaudert. Ich sitze jetzt schon seit Stunden hier und bin am Tippen. Deshalb mache ich jetzt Schluss. Es folgt aber eine Fortsetzung.
Lg Liv​