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Livs Blog

5. Blogeintrag (05/06/2025)

5.1

die Schlüsselanhänger

5.2

Ich, wie ich schwer am schuften bin.

Guten Morgen meine Lieben! (und ja 13:00 Uhr ist noch Morgen; … warum erzähle ich das eigentlich? Ihr wisst doch eh nicht, wann ich das geschrieben habe. Ich komme ein bisschen vom Thema ab…)
Es ist schon wieder soo viel passiert. Wo soll ich bloß anfangen? (Vielleicht sollte ich regelmäßiger Einträge schreiben, dann muss ich auch nicht immer solche Romane tippen…) Ok, versuchen wir ‘mal da anzuknüpfen, wo ich letztes Mal aufgehört habe. (Dienstag 24.06)

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Da ist aber tatsächlich nicht allzu viel Spannendes passiert. Primär habe ich geschrieben – eine Ewigkeit lang. Stunde um Stunde habe ich mich abgeschuftet, um euch auf den Laufenden zu halten. So oder so ähnlich…
Es war aber tatsächlich einfach nicht unser Tag. Ava und Mama sind nämlich krank geworden, wobei wir gelernt haben, dass sie nicht wirklich krank sind (das ist man nur, wenn man Malaria hat oder so), sondern die beiden nur „körperliche Reaktionen“ haben, wie man hier sagt. Das hat sich dann auch noch die nächsten Tage gehalten. Meine Stimmung wurde erst am Abend besser als wir, wie fast jeden Abend Karten spielen gegangen sind (mein Lieblingsteil des Tages). Abi hat mir sogar an diesem Abend eins der Kirchenlieder beigebracht.

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Kommen wir zum nächsten Tag. Da sind wir zum Schuster und haben geholfen an den Schlüsselanhängern zu arbeiten, die wir als Mitbrinsel bekommen haben . In der Tanzstunde danach, zu der Abi mich eingeladen hatte, konnte ich nicht wirklich glänzen. Es war traditioneller Tanz, was ich vorher nicht wusste, und der beinhaltet erstaunlich viel Hüftgewackel. Wenn man es kann, sieht das wirklich gut aus, aber ich habe leider eindrücklich bewiesen, dass ich es nicht kann. Witzig war es trotzdem! Danach habe ich mit Abi die Zeit bis zum Gottesdienst überbrückt und wir kamen, weil ich die Zeit aus den Augen verloren hatte, prompt zu spät. Leni und ich haben versucht uns möglichst unauffällig reinzuschleichen, doch Desire hat uns zum Glück entdeckt und so haben wir den Gottesdienst, sowie den Rückweg mit ihr verbracht.

Am nächsten Morgen konnte ich leider nicht ausschlafen und wie ich schon im allerersten Blogeintrag festgestellt habe, hasse ich es früh aufzustehen. Aber das ist immer noch nichts im Vergleich zu den Kindern, die dort leben, die müssen an den Wochentagen immer um 5 Uhr morgens aufstehen. 5 UHR MORGENS?!
Auf jeden Fall sind wir früh aufgestanden, weil wir um Punkt 8 an der Baustelle der Grundschule verabredet waren, um dort zusammen mit unserer Klasse beim Fertigen des Fundaments zu helfen. Also standen wir da… und haben erst einmal gewartet – bis der Zementmischer lief. Wirklich los ging es dann aber immer noch nicht, denn prompt ist er wieder ausgefallen und es musste ein anderer herangeschafft werden. Zum Glück waren es viele Hände und wir konnten bei den Arbeiten durchwechseln, denn die Arbeit war hart und mein Kreislauf hat gegen die Hitze rebelliert. Zum Glück waren wir am Morgen und nicht in der Mittagsonne eingeteilt. Zu meiner Verteidigung sollte aber gesagt sein: Ich habe durchaus richtig mitgeholfen. Ich habe Schubkarren geschoben und Kies geschaufelt und war echt nicht ganz untätig.

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Es wurde aber noch besser. Nachdem die Schicht mit unserer Klasse rum war, sollten Leni, Ava, Mama und ich noch für die Scheck-Übergabe bleiben. Es ist nämlich so: Etwa die Hälfe des gesamten Spendenbetrags wurde von der Zöller-Kipper-Stiftung beigetragen (Ein großes Dankeschön an dieser Stelle!) und deshalb haben wir extra Fotos geschossen. Die Spende ist super, aber das Fotoshooting war für uns ganz schrecklich peinlich! Die gesamte Grundschule wurde positioniert, die Band aufgefahren und wer musste in erster Reihe stehen? Wir natürlich. Ungefähr 15 Minuten wurden Fotos auf allen möglichen Positionen (sogar mit einer Drohne) geschossen. Hast du schon einmal versucht eine Viertelstunde am Stück zu lächeln? Als die Band dann die deutsche Nationalhymne gespielt hat, war das mein Ende. Da bin ich endgültig vor Scham im Boden versunken.

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Umso schneller fiel dann unsere Flucht aus. Jedoch nicht bevor wir uns mit Piet noch zur Besichtigung der Möbelfabrik, die auch zur Arche gehört, verabredet hatten. (Das haben Mama und ich später noch gemacht und es war auch gar nicht einmal so uninteressant, ich war aber einfach zu müde, um dem größere Beachtung schenken zu können.) Zuhause angekommen (nach dem Fotoshooting und vor den Möbeln) haben wir erstmal Pause gemacht. Wir waren alle schlagskaputt. Trotzdem haben wir das Mosaik noch verfugt, was sich als gar nicht so einfach herausgestellt hat. Am Abend haben wir wieder Karten gespielt und ich habe mit Abi zusammen viel gesungen. Singen macht einfach Laune. Und die neu auf meine Playlist aufgenommenen Lieder erinnern mich an den Abend.

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Der nächste Tag war nicht allzu aufregend. Das einzige Event: Ich bin in den Nachmittagsunterricht gegangen. Auch wenn an dem Tag kein richtiger Unterricht war, wie ich dann feststellen musste. An der weiterführenden Schule dort wird sich für Eigenverantwortung eingesetzt, deshalb gibt es diverse Vertreterposten, deren Wahlen bevorstanden. Deshalb durfte am Freitag jeder, der wollte eine Rede halten. Schnell ist klar geworden, dass es da weniger um den Inhalt der Rede ging als vielmehr um die Show. Es gab An- und Abmoderation und wenn man dann seine Kumpels überreden konnte Bodyguard zu spielen oder einen Schirm zu halten, hatte man schon einmal, meiner Einschätzung nach, einige Stimmen auf seiner Seite. Den Abend habe ich mit meinen neuen Freunden verbracht und wir haben einfach ganz viel rumgeblödelt.

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Und jetzt bitte einen Trommelwirbel… für den besten Tag – Samstag. Ein Sponsor, der wohl das Camp tatkräftig unterstützt, hatte Geburtstag und schenkt den Arche Kindern jedes Jahr zu seinem eigenen Geburtstag eine Kinderparty, mit Hüpfburgen, die er anscheinend zu Weihnachten, Ostern und jedes Jahr an seinem Geburtstag für die Kinder mietet, mit Musik, Tanz und Süßigkeiten. Bei der Gelegenheit habe ich mal von der dort angebotenen Limo getrunken, auch wenn die so aussaß und geschmeckt hat, als würde man nach dem Verzehr 3 Tage lang von innen heraus leuchten. Ich hatte das nicht erwartet, aber gerade Limonade und Co sind hier noch um einiges süßer als in Deutschland.
Auf der Hüpfburg war dann mein Moment gekommen: Ich bin nach ganz oben geklettert, bin gesprungen und habe einen Salto gemacht. Dabei kann ich eigentlich keine Saltos. Das war das zweite Mal überhaupt, dass ich sowas hinbekommen habe. Viele der Kleineren wollten dann das ich es ihnen das auch beibringe. Allerdings hat das nicht ganz funktioniert, aber es war trotzdem süß wie begeistert die Kleinen waren.

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Es soll ja Leute geben die denken, dass Hüpfburgen nur etwas für kleine Kinder seien. Diese Leute haben das Konzept aber wohl einfach nicht begriffen.

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Nach dem Mittagessen habe ich geholfen Chapati zu machen – ein landestypisches Fladenbrot. Das war eigentlich ganz lustig, aber am meisten habe ich mich darüber gefreut, dass eine der Köchinnen am Ende zu uns gesagt hat, dass sie uns das gar nicht zugetraut hätte. Sie hätte gedacht, dass wir nach ein oder zwei Fladen ermüden und nicht über 2 Stunden mithelfen.
Ich mache mir immer mal wieder Sorgen, dass ich als unfähig für körperliche Arbeit angesehen werde, weil ich weiß bin. Und ein Stück weit stimmt das ja auch, ich bin es wirklich körperlich nicht gewohnt mit anzupacken oder ausdauernd zu helfen. Trotzdem möchte ich das Vorurteil (wenn sie es denn haben sollten…) nicht bestätigen und habe mich deshalb ganz besonders gefreut.

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Am Abend war dann das große Grillen, um meinen Geburtstag zu feiern (der war nämlich unter der Woche). Es war wunderschön! Mit Lichterketten und Lagerfeuer. Erst gab es Essen (sehr lecker!). Wobei für Leni und mich extra Gemüsespieße auf den Grill gelegt wurden, denn es ist hier sehr, sehr ungewöhnlich Vegetarier zu sein. Viele mögen Fleisch, was es aus Kostengründen allerdings nur selten gibt. Deshalb haben die meisten, wenn ich erzählt habe, dass ich kein Fleisch esse, zuerst geschaut wie ein Auto. Als Nachtisch gab es eine riesige pinke Geburtstagstorte mit so viel Zuckerguss, dass man sich beim Essen zum eigentlichen Kuchen durcharbeiten musste. (Ich sage doch, es war ganz grandios!) Es wurde getanzt und Spiele gespielt. Mir wurde gratuliert und ich wurde besungen. Und zum krönenden Abschluss haben wir zusammen „Kindsköpfe“ auf einer Leinwand geschaut.

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Zu dieser Party waren alle eingeladen, die dort auf die weiterführende Schule gehen und in einer der Familieneinheiten (family units) wohnen. Eigentlich haben wir die Party – genau wie der Sponsor mit seinem großen Kinderfest – vorallem für die Dorfkinder geschmissen und meinen Geburtstag einfach nur zum Anlass genommen. Toll war es für mich natürlich trotzdem und davon unabhänig habe ich an meinem Geburtstag abends noch mit 5 Freunden bei uns im Gästehaus gefeiert. Wir haben gespielt (sehr viel!), auch getanzt (Hier tanzt man irgendwie überdurchschnittlich viel…) und Pfannkuchen und Kuchen (Mama, Leni und Ava hatten extra einen gebacken.) gegessen. Auch dieser Abend war ganz wundervoll, wenn auch auf eine andere Art.

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Nicht zu vergessen: Am Tag meines eigentlichen Geburtstages kam am Morgen die Band zu uns ans Haus. Ich also, schlaftrunken und noch im Pyjama, bin aus dem Bett gefallen und zur Tür gegangen. Sie haben mir eine gefühlte Ewigkeit Happy Birthday gespielt. Im ersten Moment war es mir etwas unangenehm, aber gefreut habe ich mich trotzdem riesig. Das war einfach eine süße Geste. Ich meine, wer kann schon von sich behaupten, dass einem eine ganze Band zum Geburtstag ein Ständchen gespielt hat?

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So, ihr Lieben, bleibt dran. Es bleibt nämlich spannend mit dem nächsten Teil meines „Romans“.

5.1

ich & Piet während einer Umarmung

5.1

meine Geburtstagstorte
(die ist nur so groß, damit alle 'was abgekommen können)

5.1

besagtes Lagerfeuer

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