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Livs Blog

6. Blogeintrag (17/07/2025)

Hi, da bin ich wieder. Sorry erst einmal dafür, dass ich euch so lange habe warten lassen auf die letzten Schilderungen. Ich hatte echt ein paar volle Tage und so viel zu schreiben kostet Nerven. Anyways… Jetzt bin ich ja wieder da und motiviert. Also Attacke.

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Gestoppt hatte ich am Sonntag. Sonntag ist immer einer meiner Lieblingswochentage im Camp. Keine Schule, dafür viel Singen und gute Laune im Gottesdienst und Basketball oder Armbänder basteln danach. Das war auch an diesem Sonntag nicht anders, auch wenn er als bester Tag der Woche starke Konkurrenz vom Samstag mit der Party bekommen hatte.
Ich habe ausgeschlafen und danach ging es in den Gottesdienst. Mir gefallen die Gottesdienste hier besser als solche, die ich in Deutschland besucht habe. Sie sind hier mit viel mehr guter Laune verbunden und weniger tragenden Liedern. Trotzdem zieht sich auch hier die Predigt dann doch irgendwann… Zur Entschädigung gibt’s aber am Ende immer Cake-Pops. Danach haben wir dann ganz fleißig weitergemacht mit unserem gewohnten Programm an der Nursery School – Armbänder knüpfen, Karten spielen, Musik hören. Es ist besonders süß wie sich die kleinen Kinder immer freuen. Ich habe auch, wenn auch ein wenig erfolglos, versucht einem kleinen Jungen das Armbänder knüpfen zu erklären. Ich bin da mittlerweile richtig gut drin! Genauso wie ich Phase 10 Profi geworden bin und zwar nicht nur im Spielen, sondern auch im Erklären. Wahrscheinlich bin ich sogar besser im Englischen als im Deutschen. Nicht zu vergessen: Ich habe Maggie kennengelernt. Ein kleines Mädchen, dass mich, nachdem ich ihr erklärt hatte, dass ich ganz schlecht im Gesichter merken bin, bei jeder Begegnung ganz brav gefragt hat, ob ich sie noch kenne. Sehr süß.

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Montagmorgen. Morgenandacht. Diesmal am Basketballplatz und nicht mehr an den family units. Nach der ersten Hälfe haben wir uns in den Klassenverbünden zusammen gestellt und sollten Händchen halten. War aber eigentlich ganz witzig, weil ich direkt neben Thomas stand und auch mit ihm tuscheln konnte. Irgendwann kündigte der Prediger dann an, dass jetzt noch eine halbe Stunde übrig sei und dass wir die Zeit ja zum Beten nutzen könnten. Ich dachte ich hab‘ mich verhört, aber der hat das dann echt eine halbe Stunde durchgezogen.

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Die Schule war dann auch etwas langweilig – den Vormittag kam Leni noch mit, doch den Nachmittag habe ich dann ganz allein bestritten. Für die Mittagspause bin ich kurz nach Hause, denn das Mittagessen in der Schule dort ist mehr so semi schmackofatz (komisch, das Wort kennt Word gar nicht…) Es gibt dort jeden Tag Posho (Kennst du nicht? Dann google es.) mit Soße. Immer wieder, Tag für Tag und dabei hat Posho nicht einmal einen eigenen Geschmack. Dagegen ist unsere Mensa großartig. (Aber das wusste ich schon vorher. Das Küchenteam am TH macht einen fantastischen Job!)
Noch ein weiterer Punkt, den es zu erwähnen gilt: Wir haben uns emanzipiert. Am ersten Schultag wurden wir freundlichst zu den Strebern in die erste Reihe manövriert. Versteht mich nicht falsch, in den meisten Fällen sind Streber voll ok (Ich habe auch den leisen Verdacht, dass mein neuer, bester Freund einer ist. Und der ist ja auch nett.), aber der lustige Kram geht halt in der letzten Reihe ab. Und Leni und ich haben es endlich geschafft uns hinter zu Thomas, Robin und Nelima zu arbeiten. Am Nachmittag haben wir dann TikTakToe gespielt und ich bin als (fast) ungeschlagener Champion daraus hervorgegangen.

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Wie du, als aufmerksamer Leser, ja weißt wird hier eine neue Grundschule gebaut und dabei helfen alle mit. Deshalb ging es dann nach der Schule für die ganze Klasse los, um Backsteine zur Baustelle zu transportieren. Alle Schüler sind auf einen Truck geklettert  und dann sind wir losgezuckelt. Eigentlich mussten die Steine nur aufgeladen werden, das war schon der ganze Job. Danach bin ich mit ein paar anderen wieder zurückgelaufen und wir haben sogar eine kleinen Umweg genommen, weil es selbst für die Kinder in der Arche nicht besonders oft vorkommt, dass sie ‘mal frei außerhalb des Camps unterwegs sind. Zurück im Camp war es schon dunkel und ich schlagkaputt.

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Haare von Afrikaner sind anders. Sehr viel lockiger und drahtiger. In Folge dessen tragen die meisten auch andere Frisuren – Braids. Und weil wir uns hier natürlich richtig assimilieren wollen, haben Ava & Leni (und am nächsten Tag auch ich) diese flechten lassen, wenn auch mit unseren natürlichen Haaren. Das dauert eine halbe Ewigkeit, die Friseurin war aber sehr professionell und nett und am Ende sah es echt cool aus. (Spoiler: Ich musste meine Haare schon nach einer Woche wieder aufmachen, weil sie leider schnell zerzaust waren. Ich hatte danach aber echt coole krass lockige Haare… für einen Abend. Jetzt sind meine Haare aber wieder „langweilig“.) Für mich ging es danach noch in den Nachmittagsunterricht, aber so wirklich aufgepasst habe ich da nicht, weil ich wieder in der letzten Reihe saß.
Am Abend sind wir mit Piet essen gegangen, als Abschied und als Dankeschön. Davor wurde natürlich noch Karten gespielt. Das Essen im Restaurant war eins der besten Essen in unserer Zeit in der Arche. Ihr habt ja keine Ahnung wie sehr man ungesüßtes, richtiges Brot und anständigen Käse vermissen kann.​

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links / oben:
Leni und ich bei der Morgenandacht auf dem Basketballplatz

rechts / unten:
Ava nach ihrem Besuch beim Friseur

Wie schon erwähnt habe ich mir dann am nächsten Tag meine Haare flechten lassen.
FunFact: Wusstest ihr dass die Arche Noah einen eigenen Friseursalon hat?
Naja, auf jeden Fall musste ich Schule schwänzen, um mir meine Haare machen lassen zu können. Wie es der Zufall wollte, hatten Tessa und ein paar ihrer Klassenkameraden „Vocation Lessons“ (praktischer Unterricht in verschiedenen Handwerksberufen) im Friseursalon und sollten Shampoo mixen. Da wurde ich dann kurzerhand hinzu genommen. Und so habe ich zum ersten ‘mal in meinem Leben Shampoo gemacht. Aber auf dieser Reise habe ich einen Haufen Dinge zum ersten Mal gemacht. Und Shampoo zu mixen ist gar nicht so schwer, im Grunde kippt man einen Haufen Chemikalien zusammen und rührt dann kräftig um. Zu Details dürft ihr mich da aber nicht fragen…

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Natürlich musste ich an dem Tag auch noch packen, aber das erwähne ich eher der Vollständigkeit halber, denn der spaßigste Part war der Abend. Wir saßen wieder unten an der Nursery School, also nichts neues. Wir hatten noch einen Haufen an kleinen Blöcken und Stiften, die wir dort zum Abschied verschenkt haben. Daraufhin habe ich viele wirklich liebe Briefchen bekommen. (Ich habe natürlich auch welche geschrieben.) Von all meinen neuen Freunden.
An diesem Abend haben wir auch endlich das fertige Mosaik übergeben. Das war eines unserer Projekte hier, das echt viel Schweiß und Tränen gekostet hat. Naja, im übertragenen Sinne.
Getoppt wurden diese Punkte aber vom Spieleabend, der zwei Wochen zuvor angekündigt worden war, und nun an unseren letzten Abend stattfand. So hatten wir einen echt tollen Abschluss unserer Zeit in der Arche.
Nach dem Spieleabend sind ein paar unserer Freunde noch mit zu uns ans Haus gekommen. Wir haben gequatscht und herumgealbert. Und eine Menge Fotos geschossen!

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Donnerstag. Der letzte Tag. Da gibt es nicht so viel erzählenswertes… Nach meinem wirklich wundervollen letzten Abend, blieb mir nur noch übrig mich von allen zu verabschieden. Ein kleines Problem entstand, weil uns die falsche Pausenzeit gesagt worden ist. Das hat dazu geführt, dass wir mitten in den Unterricht geplatzt sind. Wir durften unsere Freunde dann aber aus den Klassen rufen. Weil es plötzlich so stark regnete, saßen wir dann sogar bis zur Mittagspause unter einem Vordach fest. Es war also ein recht lustiger Abschied.

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Ok, das war’s. Mehr gibt es nicht zu erzählen. Ein bisschen traurig bin ich schon, dass es jetzt zu Ende geht. Ich habe so viele schöne Dinge erlebt… und ihr mit mir.
Ich vermisse das alles jetzt schon. Und eins steht fest: Ich möchte auf jeden Fall hierher zurück.

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links / oben:
Posen nach der Vollendung des Mosaiks
rechts oben / mitte:
ein Foto mit unseren Klassenkameraden (wenn auch nicht mit allen)
rechts unten / unten:
ein kleiner Snack vor dem Spieleabend

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